Verwaltete Vermögen von CHF 395 Mrd. – Netto-Neugeldzufluss von nahezu 5% – Rückgang der Kundenaktivität im Q3 wirkt sich auf Bruttomarge und Cost/Income Ratio aus – Stärkerer Fokus auf Kernmärkte und Abbau von Komplexität

Zürich, 20. November 2018 – Die von der Julius Bär Gruppe verwalteten Vermögen beliefen sich per Ende Oktober 2018 auf CHF 395 Mrd., was einer Zunahme von CHF 6 Mrd. oder 2% seit Jahresbeginn entspricht. Die positiven Beiträge an die verwalteten Vermögen aus Netto-Neugeldzufluss, der Akquisition der Reliance Gruppe in Brasilien (im Juni) sowie einem leicht positiven Währungseffekt wurden durch eine ungünstige Marktentwicklung grösstenteils aufgehoben. Der negative Markteinfluss auf die verwalteten Vermögen machte sich vor allem im Oktober bemerkbar, als zahlreiche führende Aktienmärkte erhebliche Kurskorrekturen verzeichneten.

Netto-Neugeld von fast 5%
Die Nettozuflüsse waren robust und blieben trotz weiterem Deleveraging durch Kunden für die ersten zehn Monate bei nahezu 5% (annualisiert) und damit knapp unter der Mitte des mittelfristigen Zielbereichs von 4–6%. Alle Regionen verbuchten Nettozuflüsse, wobei die Beiträge von Kunden mit Domizil Asien, Grossbritannien und Deutschland besonders hoch ausfielen.

Sich eintrübendes Marktumfeld beeinträchtigt Kundenaktivität im Q3
Wie bereits im Juli erwähnt, nahmen die Kunden auf Grund des herausfordernden Marktumfelds eine abwartende Haltung ein. Dies hatte im gesamten dritten Quartal zu einer verminderten Kundenaktivität geführt, bevor die Volatilität und die Volumen im Oktober wieder anstiegen. Dadurch verringerte sich die Bruttomarge in den ersten zehn Monaten des Jahres 2018 auf 87 Bp, dies im Vergleich zu 91 Bp im ersten Halbjahr 2018 und 90 Bp im Gesamtjahr 2017.

Cost/Income Ratio (2) über dem Zielbereich
Infolge des Rückgangs der Bruttomarge stieg die Cost/Income Ratio  in den ersten zehn Monaten des Jahres 2018 auf 69% und lag damit über dem Zielbereich von 64–68%. Massgebend für die Erhöhung war das Nachlassen der Kundenaktivität im dritten Quartal, das ausgeprägter ausfiel als noch Mitte Jahr erwartet. Um die Auswirkungen der marktbedingten Ertragsschwankungen abzuschwächen, hat die Gruppe weitere Massnahmen zur Ausgabensenkung eingeleitet.

Während die Erreichung der Zielvorgabe für die Cost/Income Ratio 2018 vorwiegend von den Marktbedingungen im November und Dezember abhängen wird, unternimmt Julius Bär zusätzliche Schritte zur Effizienzsteigerung, um die Zielvorgabe 2019 zu erfüllen.

Stärkerer Fokus auf Kernmärkte und Abbau von Komplexität
Die Gruppe setzt im Zuge ihrer Strategie der Fokussierung auf Kernmärkte Prioritäten hinsichtlich ihrer Präsenz, ihrer Angebotspalette für die Kunden und ihrer Wachstumsinvestitionen. In diesem Jahr getätigte Investitionen in Kernmärkten umfassen die Eröffnung neuer Standorte in Grossbritannien (Manchester, Leeds, Edinburgh), in Deutschland (Hannover, Berlin) und die Akquisition der Reliance Gruppe in Brasilien. Julius Bär hat zudem gezielte Vorstösse in definierten Wachstumsmärkten getätigt, wie die strategischen Partnerschaften mit der Siam Commercial Bank (Thailand) und Nomura (Japan) sowie die kürzlich erfolgte Eröffnung eines Advisory-Standortes in Südafrika.

Julius Bär hat gleichzeitig ihre Anstrengungen zum Abbau von Komplexität und zur Straffung ihrer Präsenz in Nichtkernmärkten intensiviert; unter anderem plant sie ihre Standorte in Panama und Peru zu schliessen sowie Kunden aus gewissen Ländern nicht mehr zu bedienen.

Solide Kapitalausstattung
In den ersten zehn Monaten 2018 wirkten sich die Akquisitionen der Reliance Gruppe (im Juni) und des restlichen 20%-Anteils an Kairos (im Januar) auf das BIZ CET1 Kapital aus. In den letzten vier Monaten erhöhten sich die risikogewichteten Aktiven, teils als Folge eines Anstiegs im Portfolio der finanziellen Vermögenswerte durch weiteres Deleveraging und teils wegen eines Anstiegs des Marktrisikos. Demzufolge sank die BIZ CET1 Kapitalquote der Gruppe auf 13.0% gegenüber 13.5% (vollständig angewendet) Ende 2017. Im Nachgang der im März getätigten Rückzahlung der unbefristeten Tier 1-Anleihen über CHF 250 Mio. betrug die BIZ Gesamtkapitalquote 19.0% im Vergleich zu 21.2% (vollständig angewendet) Ende 2017. Auf diesem Niveau bleiben die Kapitalquoten komfortabel über den eigenen Untergrenzen der Gruppe von 11% bzw. 15% und sehr deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen von 8.1% bzw. 12.3%. Die Tier-1-Leverage Ratio lag bei 3.8% und damit klar über den regulatorischen Mindestanforderungen von 3%.

Jahresergebnis 2018
Der detaillierte Finanzabschluss der Julius Bär Gruppe für das Gesamtjahr 2018 wird am 4. Februar 2019 veröffentlicht.

Diese Medienmitteilung liegt auch in Englisch vor. Massgebend ist die englische Version.

 

(1) Basierend auf ungeprüfter Betriebsrechnung
(2) Ohne Integrations- und Restrukturierungskosten, Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten im Zusammenhang mit früheren Akquisitionen oder Desinvestitionen sowie Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste