This page is not available in your selected language. Your language preference will not be changed but the contents of this page will be shown in English.

Um Ihren aktuellen Standort zu wechseln, wählen Sie einen der aufgeführten Julius Bär Standorte oder klicken Sie auf International.

E-Services

Bitte auswählen
Weitere E-Services

* Die Identifikation Ihres Standorts erfolgt näherungsweise anhand Ihrer IP-Adresse. Der identifizierte Standort deckt sich nicht zwingend mit Ihrer Staatsbürgerschaft oder Ihrem Domizil.

LIBOR-Ablösung

Interbank Offered Rates (IBORs) spielen eine zentrale Rolle an den Finanzmärkten und dienen als Referenzsätze für Derivate in Höhe von Hunderten von Billionen Dollar; für Anleihen, Darlehen, Verbriefungen und Einlagen in Höhe von Billionen Dollar. Diese Referenzsätze, darunter der London Interbank Offered Rate (LIBOR), der Euro Interbank Offered Rate (EURIBOR), der Euro Overnight Index Average (EONIA) und bestimmte andere IBORs, sind derzeit Gegenstand von Reformen.

Hintergrund der LIBOR-Ablösung

Die Aufdeckung von Fällen versuchter Marktmanipulation und falscher Berichterstattung über IBORs im Jahr 2012 sowie der Rückgang der Liquidität auf den unbesicherten Interbanken-Finanzierungsmärkten nach der Finanzkrise 2007-2008 haben das Vertrauen in die Zuverlässigkeit und Robustheit der bestehenden IBORs untergraben.

Infolgedessen hat die britische Financial Conduct Authority (FCA), die für die Überwachung des LIBOR-Referenzsatzes zuständig ist, am 27. Juli 2017 angekündigt und am 5. März 2021 bestätigt, dass Panel-Banken nach dem 31. Dezember 2021 bzw. dem 30. Juni 2023 nicht mehr verpflichtet sein werden, am LIBOR-Fixing teilzunehmen. Alle Euro-, Sterling-, Schweizer Franken- und Yen-LIBOR Zinssätze werden jeweils nach dem 31. Dezember 2021 eingestellt. Der Einwöchige- und Zweimonats US-Dollar LIBOR wird zu diesem Zeitpunkt ebenfalls eingestellt. Die verbleibenden US-Dollar Laufzeiten (Overnight-, Einmonats-, Dreimonats-, Sechsmonats- und Zwölfmonats-LIBOR) werden nach dem 30. Juni 2023 eingestellt.

Auswirkungen für die Finanzindustrie

IBORs werden in einer grossen Anzahl von Finanzverträgen und Bewertungs-/Preisfindungssystemen referenziert. Was die betroffenen Akteure betrifft, ist die Landschaft ebenfalls vielfältig und umfasst Banken, Unternehmen, Versicherungen, Vermögensverwalter sowie Privatkunden. Da die FCA die Panel-Banken nach dem 31. Dezember 2021 bzw. dem 30. Juni 2023 nicht mehr zum LIBOR-Fixing auffordern wird, wird der Übergang von den IBORs zu den sogenannten alternativen Referenzzinssätzen (Alternative Reference Rates, ARR) alle Finanzinstitute betreffen und wesentliche Auswirkungen auf kommerzielle, prozessuale und technische Aspekte haben.

In Bezug auf jede betroffene Währung wurden Arbeitsgruppen eingerichtet, um diese ARR zu entwickeln und den Übergang zu steuern.

Bestimmung der ARRs

In der Schweiz ist die Nationale Arbeitsgruppe für Referenzzinssätze in Schweizer Franken (NAG oder NWG) unter der Leitung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) das zentrale Gremium, das Reformvorschläge zur Ablösung des LIBOR ausarbeitet. Mit der Einführung des Swiss Average Rate Overnight (SARON) vor der Ankündigung der FCA 2017 hatte die NWG bereits einen entscheidenden Meilenstein für die Ablösung des CHF-LIBOR gesetzt.

Andere Arbeitsgruppen, die jeweils für eine der LIBOR-Währungen zuständig sind, haben verschiedene ARR zur Ablösung des LIBOR evaluiert. Diese ARR werden in der Regel von offiziellen Behörden wie Zentralbanken oder Börsen bereitgestellt und lassen daher wenig Spielraum für Manipulationen. ARR sind Tageszinssätze, die ein geringes oder gar kein Kreditrisiko beinhalten. Ausserdem sind die Märkte, die den ARR zugrunde liegen, wesentlich aktiver als die Märkte, die den IBORs als Grundlage dienen. Während also die IBORs in hohem Masse auf Expertenurteilen beruhen, sind die ARR rein transaktionsbasiert.

Die folgende Tabelle fasst die aktuelle Situation für die Bestimmung des alternativen Zinssatzes in den fünf betroffenen Währungen zusammen.

Währung Rate-Administrator Arbeitsgrouppe Alternativer Referenzzinssatz (ARRs) Beschreibung des ARRs Veröffentlich-ungsdatum
CHF SIX Swiss Exchange National Working Group on CHF Reference Rates (NWG) Swiss Average Rate Overnight (SARON)
  • Gesichert (overnight repo rate)
  • Völlig transaktionsbasiert
Dezember 2017
USD Federal Reserve Bank of New York Alternative Reference Rates Committee (ARRC) Secured Overnight Financing Rate (SOFR)
  • Gesichert (deckt den ganzen Repo Markt ab)
  • Völlig transaktionsbasiert
  • Solider zugrundeliegender Markt
April 2018
GBP Bank of England Working Group on Sterling Risk-Free Reference Rates Reformed Sterling Overnight Index Average (SONIA)
  • Ungesichert und overnight
  • Völlig transaktionsbasiert
  • Solider zugrundeliegender Markt
April 2018
JPY Bank of Japan Study Group on Risk-Free Reference Rates Tokyo Overnight Average Rate (TONAR)
  • Ungesichert und overnight
  • Gewichtet nach Transaktionsvolumen
Dezember 2016
EUR EZB, FSMA, ESMA und EU-Kommission Working Group on Risk-Free Reference Rates for the Euro Area Euro Short-Term Rate (€STER)
  • Ungesichert und overnight
  • Widerspiegelt die Finanzierungskosten der Banken im Euroraum
Oktober 2019

Involvierung von Julius Bär in der LIBOR-Ablösung

Julius Bär nimmt zusammen mit der SNB und anderen Branchenvertretern an der Nationalen Arbeitsgruppe für Referenzzinssätze in CHF teil. Ein internes Projektteam ist für die Ablösung der IBORs verantwortlich.

Auswirkungen für Julius Bär Kunden

Julius Bär hat das Impact Assessment der LIBOR-Ablösung auf ihre Produkt- und Vertragsbasis bereits erfolgreich abgeschlossen.  In der ersten Jahreshälfte 2021 hat Julius Bär ihr Produktangebot angepasst, um die bestehenden IBOR-Referenzen zu ersetzen und ARR-Instrumente und -Produkte aufzunehmen. 

Seit Q4 2020 hat Julius Bär ihre von der IBOR-Ablösung betroffenen Kunden kontaktiert, um einen reibungslosen Übergang zu alternativen Referenzzinssätzen zu gewährleisten.