Zürich, 20. Juni 2023 – Wie die vierte Ausgabe des Global Wealth and Lifestyle Report zeigt, liegt der Trend der letzten zwölf Monate bei steigenden Preisen und erhöhten Lebenshaltungskosten für alle Konsumenten. Das durchschnittliche Preisniveau des Julius Bär Lifestyle Index nahm um 6% in US-Dollar und um 13% in Lokalwährungen zu. Dies ist im Allgemeinen auf die anhaltend hohe globale Inflation und die steigenden Kosten für Rohstoffe, Energie, Treibstoffe und Personal zurückzuführen. Ausserdem ist die während der Pandemie angestaute Nachfrage sprunghaft gestiegen.
Das Städteranking basiert auf dem Julius Bär Lifestyle Index. Dieser analysiert die Kosten eines Waren- und Dienstleistungskorbs, der für einen gehobenen Lebensstandard in 25 Städten rund um die Welt massgeblich ist. Dies vermittelt einen Überblick über die relativen Kosten, die für die Aufrechterhaltung eines HNWI-Lifestyles in verschiedenen Städten anfallen.
Regionale Erkenntnisse
Asien bestätigt seine Dominanz als Zentrum für Wohlstand und Lifestyle sowie als wesentlicher Motor der Weltwirtschaft. Insgesamt sechs Städte aus Asien verbesserten ihr Ranking, während vier asiatische Städte zurückfielen. Aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) büssten sieben Städte Plätze in der Rangliste ein. Lediglich eine Stadt aus dieser Region (Dubai) legte zu. In Nord- bzw. Südamerika machten vier Städte Plätze gut, während eine Stadt zurückfiel. Damit gab es innerhalb der Rangliste so viel Bewegung wie selten in den letzten drei Jahren. Die Entwicklung hat aber auch dazu geführt, dass die Top Ten des Städterankings so gleichmässig verteilt sind wie noch nie zuvor. Die zweite Erkenntnis besteht darin, dass die Region Nord- und Südamerika wieder an Boden gutmacht und mit Europa um Platz zwei konkurriert. Derweil stärkt Asien, das die drei besten Plätze allein besetzt, weiterhin seine Position an der Spitze.
Erstmals belegt Singapur im Lifestyle Index den ersten Rang, gefolgt vom Vorjahresersten Schanghai und Hongkong, womit alle Podiumsplätze an Asien gehen. Als einzige weitere asiatische Stadt unter den Top Ten liegt Taipeh auf dem achten Platz.
Zum ersten Mal in der Geschichte des Reports lässt es sich in der Region EMEA am kostengünstigsten gut leben. Vor allem die europäischen Städte wurden in der Rangliste nach unten durchgereicht. Das im letzten Jahr zweitplatzierte London rutschte auf Rang vier ab. Abgesehen von Monaco, das sich standhaft auf Platz sechs gehalten hat, ist die britische Hauptstadt der einzige europäische Vertreter unter den Top Ten. Dubai stiess im Ranking auf Rang sieben vor, während Zürich auf den zuletzt von Dubai gehaltenen 14. Platz zurückfiel.
In der Region Nord- und Südamerika kletterte New York deutlich vom elften auf den fünften Rang, während Miami acht Plätze gutmachte und Zehnter wurde. Gleichzeitig kam die brasilianische Metropole São Paulo als Neunter erstmals unter die Top Ten. Das in diesem Jahr neu in den Index aufgenommene Santiago de Chile belegte Platz 23. Durch das Wiedererstarken der nord- und südamerikanischen Städte hat der amerikanische Kontinent EMEA als zweitteuerste Region für ein «gutes Leben» überholt.
Julius Bär Lifestyle Index
Die grössten Preissteigerungen sind bei stark nachgefragten Premium-Konsumgütern wie Wein und Whisky sowie bei Luxusautos und Hospitality-Dienstleistungen zu verzeichnen. Die Preise für Hotelsuiten, Flüge in der Businessklasse und Fine Dining haben im Zuge der deutlich gestiegenen Nachfrage im Reise- und Unterhaltungssegment erheblich zugenommen. Generell widerspiegeln die Veränderungen der Waren- und Dienstleistungspreise im Index die Auswirkungen der Kostensteigerungen in den Bereichen Energie, Rohstoffe und Personal. Gepaart mit der Inflation, den Wechselkursschwankungen und den anhaltenden Unterbrechungen der Versorgungsketten hat dies zur Folge, dass jede Branche, jedes Unternehmen und jedes Individuum die Auswirkungen auf seine Kaufkraft zu spüren bekommt.
Christian Gattiker, Chefstratege und Leiter Research bei Julius Bär, betont: «Die Preissteigerungen bei hochwertigen Waren und Dienstleistungen zeigen, dass wohlhabende Konsumenten in US-Dollar gerechnet hohe einstellige Anlagerenditen erzielen müssen, um ihr Vermögen zu erhalten. Die Ergebnisse untermauern ausserdem die Erkenntnis, dass solide Währungen und insbesondere Anlagen, die auf solche Währungen (beispielsweise US-Dollar oder Schweizer Franken) lauten, bei der Bewältigung der Turbulenzen und der Sicherstellung einer gesünderen, wohlhabenderen Zukunft helfen können.»
Ergebnisse der Lifestyle-Umfrage
Die diesjährige Lifestyle-Umfrage wurde auf Nordamerika, Singapur und Katar ausgeweitet und um detailliertere Fragen zu den Themen Gesundheit und Wohlergehen, nachhaltiges Verhalten und Finanzlage ergänzt.
Die Umfrageergebnisse zeigen allgemein, dass der Begriff «Vermögen» nicht mehr nur die finanzielle Gesundheit, Freiheit und Sicherheit, sondern auch die physische Gesundheit, Freiheit und Sicherheit einschliesst. Nach Bewältigung der Pandemie haben die Befragten die eigene Gesundheit und die Gesundheit ihrer Familien als eine Hauptpriorität angegeben. Dabei wurden im Einzelnen eine verbesserte Ernährung, genügend Zeit zur Erholung und Entspannung und eine Erhöhung der physischen Fitness hervorgehoben.
Die Herstellung einer solchen «Zukunftssicherheit» für Körper und Geist schliesst auch den Aufbau besserer Beziehungen zu Familienmitgliedern und Freunden ein, was in allen Regionen als wichtige Priorität genannt wird. Ausserdem geht es um die Schaffung eines sicheren und effizienten häuslichen Umfelds, in dem man gut leben und arbeiten kann. Wie sich dies manifestiert, variiert aber von Region zu Region. Sich um die eigene Familie und die Gesundheit zu kümmern, bedeutet nicht, dass HNWI nur zu Hause bleiben. Nach Jahren eingeschränkter Betätigungs- und Bewegungsmöglichkeiten wollen sie – wie alle anderen Menschen auch – wieder das Leben in vollen Zügen geniessen. Dies erhöht die Nachfrage nach Unterhaltung, Hospitality-Dienstleistungen und gesellschaftlichen Erlebnissen, was auch die Preissteigerungen innerhalb unseres Index belegen.
Weil Reisebeschränkungen kein Problem mehr darstellen, sind HNWI rund um den Globus wieder vermehrt unterwegs. Bei den Reisen für Freizeit- und Geschäftszwecke zeigt der Trend nach oben, und die Befragten geben eindeutig mehr Geld für Flugreisen aus.
Die diesjährige Lifestyle-Umfrage hat noch eine weitere wichtige Erkenntnis zutage gefördert: Bei Anlageentscheidungen werden Nachhaltigkeits- und ESG-Kriterien mittlerweile stärker berücksichtigt, und in allen Regionen erachtet die grosse Mehrheit der HNWI diese Themen nun für wichtig.
Schliesslich gaben in allen Regionen mindestens 25% der Befragten an, 2022 mehr investiert zu haben als im Vorjahr. Ein signifikanter Teil der Befragten erklärte ausserdem, in den letzten zwölf Monaten mehr Geld ausgegeben zu haben. Das zeigt, dass selbst vermögende Privatpersonen nicht vor steigenden Lebenshaltungskosten gefeit sind und ihr kürzlich angesammeltes Kapital einsetzen.
Den Julius Bär Global Wealth and Lifestyle Report 2023 finden Sie unter:
www.juliusbaer.com/GWLR