Warum die Währung Ihre Kaufkraft beeinflusst>

Die wohl überraschendste Erkenntnis des diesjährigen Berichts ist nicht, dass die Welt teurer wird, sondern dass sich die Preisrelationen deutlich verschieben. In US-Dollar gerechnet stiegen die Kosten für einen gehobenen Lebensstil innerhalb des vergangenen Jahres um 10,2%. Ein Grossteil dieses Anstiegs ist nicht auf die Inflation, sondern auf Wechselkursbewegungen zurückzuführen. 

Dieser Unterschied ist von Bedeutung, weil Vermögen heute kaum noch nationale Grenzen kennt. Ein stärkerer Schweizer Franken oder Euro kann erheblich beeinflussen, wie teuer ein Standort erscheint – selbst wenn die lokalen Preise weitgehend stabil bleiben. Mit anderen Worten: Was für Einheimische erschwinglich ist, kann für internationale Besucher oder Anleger deutlich teurer sein.

Menschen mit einem internationalen Lebensstil bekommen diese Entwicklung unmittelbar zu spüren. Sie erzielen Einkommen, investieren, konsumieren und leben in unterschiedlichen Ländern. Infolgedessen sind Wechselkurse kein Nebenaspekt mehr, sondern ein entscheidender Faktor für die tatsächliche Kaufkraft.

Welche Währungseffekte das diesjährige Ranking prägen, erfahren Sie im vollständigen Bericht.

Die teuersten Städte für Vermögende

StadtRang 2026Rang 2025Rang 2024
Singapur111
Zürich256
Monaco345
Hongkong432
London523
Shanghai664
Paris798
Sydney81411
Mailand91010
Bangkok101117

Welche Städte führen das diesjährige Ranking an?

Auf den ersten Blick scheint sich an der Spitze des Rankings wenig verändert zu haben. Singapur hält seine Position als teuerste Stadt der Welt für vermögende Privatpersonen. Aufschlussreicher als der Spitzenplatz sind jedoch die Veränderungen unmittelbar dahinter. Sie zeigen besonders deutlich, welche Kräfte derzeit den globalen Wohlstand neu ordnen.

Zürich klettert auf Rang zwei, während Monaco erstmals unter den Top Drei ist. Der Aufstieg beider Städte ist nicht auf eine besonders hohe Inflation zurückzuführen. Ausschlaggebend war vielmehr die Aufwertung ihrer Währungen gegenüber dem US-Dollar. Für diejenigen, die die Welt aus einer globalen Perspektive betrachten, sind Erschwinglichkeit und Wert eben nicht zwangsläufig dasselbe.

Dem Bericht zufolge gewinnen diese Städte zusätzlich an Attraktivität, weil sie eine hohe Lebensqualität mit institutioneller Stabilität verbinden. Eine stabile Regierungsführung, solide Finanzsysteme und vertrauenswürdige Währungen erweisen sich angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheit als klare Standortvorteile.

Statussymbole werden zu strategischen Vermögenswerten

Der Bericht zeigt zudem eine Annäherung zwischen dem Konsum- und Anlageverhalten vermögender Menschen. 

Kaum ein Bereich veranschaulicht dies besser als der Luxusgütermarkt. Die Preise für Schmuck stiegen um 16,4%, Uhren verteuerten sich um 15,5%. Ein wesentlicher Grund dafür ist der kräftige Anstieg der Preise für Gold und andere Edelmetalle. Der Goldpreis hat sich seit 2024 mehr als verdoppelt. Das erhöht nicht nur die Produktionskosten, sondern verstärkt zugleich die Attraktivität von Luxusgütern als Wertanlage. 

In Zeiten erhöhter Unsicherheit übernehmen Gegenstände wie Uhren und Schmuck zunehmend eine Doppelfunktion. Sie dienen nach wie vor dem Genuss und dem individuellen Ausdruck, werden aber auch vermehrt als Wertaufbewahrungsmittel betrachtet. Kaufentscheidungen orientieren sich zunehmend am langfristigen Vermögenserhalt.

Warum Wert zu einer beweglichen Grösse wird

Die vielleicht interessanteste Erkenntnis des diesjährigen Berichts betrifft weniger die Finanzmärkte als das Verhalten vermögender Menschen. Viele wohlhabende Konsumentinnen und Konsumenten nehmen Preisentwicklungen nicht länger einfach hin, sondern reagieren aktiv auf veränderte Bedingungen. 

Die diesjährige Umfrage zeigt, dass mindestens zwei von fünf vermögenden Personen bereits ihren Einkaufsort für bestimmte Luxusgüter geändert haben. Mehr als die Hälfte würde für Einkäufe ins Ausland reisen, wenn sich dadurch ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen liesse. Rund ein Viertel tut dies bereits heute. 

Hier zeigt sich die Mobilität des Vermögens in der Praxis. Die Möglichkeit, frei zu entscheiden, wo man lebt, einkauft und konsumiert, wird zunehmend zu einem Vorteil. Währungsschwankungen, steuerliche Rahmenbedingungen und regionale Preisunterschiede eröffnen Möglichkeiten, die Kaufkraft zu erhalten, ohne den gewohnten Lebensstil einzuschränken.

Wie vermögende Familien sich in einer fragmentierten Welt positionieren, erfahren Sie im vollständigen Bericht. Sie finden ihn am Ende dieses Artikels.

Vermögen sucht Stabilität

Betrachtet man die Ergebnisse des Berichts insgesamt, ergibt sich eine klare Schlussfolgerung: In einer zunehmend fragmentierten Welt hat Stabilität ihren Preis. 

Singapur, Zürich und Monaco verbindet weit mehr als Wohlstand und Prestige. Sie bieten verlässliche Institutionen, starke Währungen, politische Stabilität und eine leistungsfähige Infrastruktur. In einer von geopolitischen Spannungen, Störungen im Welthandel und sich verändernden Wirtschaftsallianzen geprägten Zeit gewinnen diese Eigenschaften mehr denn je an Bedeutung.

Das erklärt, weshalb einige der teuersten Städte der Welt weiterhin Kapital, hochqualifizierte Fachkräfte und Unternehmerfamilien anziehen. Hohe Kosten allein schrecken Vermögende selten ab. Entscheidend ist vielmehr, ob diesen Vorteile gegenüberstehen, die langfristigen Wohlstand und eine hohe Lebensqualität fördern.

Der Bericht legt allerdings nicht nahe, Stabilität nur an einem einzigen Standort oder in einer einzigen Währung zu suchen. Vielmehr unterstreicht er die Bedeutung der Diversifikation. So wie Anleger ihre Portfolios über verschiedene Anlageklassen hinweg diversifizieren, achten heute auch viele stärker auf Währungsrisiken, Rechtsrisiken und geografische Flexibilität. 

Ausführliche regionale Analysen mit wirtschaftlicher Einordnung finden Sie im vollständigen Bericht, den Sie unten herunterladen können.

Mehr als nur ein Ranking

Der eigentliche Mehrwert des Global Wealth and Lifestyle Report liegt nicht nur in den Platzierungen, sondern darin, was sie über die Faktoren offenbaren, die das Leben vermögender Menschen verändern. Hinter den Verschiebungen bei Städten und Preisen stehen grundlegende Entwicklungen: Währungsschwankungen, sich wandelnde Konsumgewohnheiten, geopolitische Unsicherheit und neue Formen der Vermögensbildung.

Für international mobile Menschen sind diese Entwicklungen von grosser Bedeutung, weil sie weit über die Kosten für einen gehobenen Lebensstil hinausreichen. Sie beeinflussen, wo Vermögen erhalten werden kann, wo sich neue Chancen eröffnen und wie sich Lebensqualität mit langfristiger finanzieller Widerstandsfähigkeit in Einklang bringen lässt.

Möchten Sie verstehen, wie sich Währungsbewegungen, Trends im Luxussegment und Veränderungen des Lebensstils wohlhabender Menschen auf Ihre eigene finanzielle Zukunft auswirken könnten? Laden Sie den vollständigen Julius Bär Global Wealth and Lifestyle Report 2026 herunter und erfahren Sie, wo Vermögen in einer sich rasant wandelnden Welt heute die besten Bedingungen vorfindet.

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