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Ein Zeichen setzen über Philanthropie

Es gibt viele Möglichkeiten, um auf der Welt ein Zeichen zu setzen und ein positives Vermächtnis zu hinterlassen, sei es durch Gründung einer Wohltätigkeitsorganisation oder als Spender. Philanthropie ist auf dem Vormarsch! Aber welche Möglichkeiten gibt es? Und worin liegen ihre Vor- und Nachteile?

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Viele High Net Worth Individuals, vor allem Unternehmer, verbringen ihr ganzes Leben mit dem Aufbau ihres Vermächtnisses für künftige Generationen. Gegen Ende dieser Reise schärft sich häufig ihr Sozial- und Umweltbewusstsein und sie möchten der Gesellschaft etwas zurückgeben. Sie erkennen, dass sie über die finanziellen Ressourcen und in vielen Fällen auch über die Fähigkeiten und die Erfahrung verfügen, um einen Beitrag zur Lösung sozialer Probleme zu leisten. Philanthropie ist dabei ein Ansatz.

Die Summe der Spenden für wohltätige Zwecke ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Wie lässt sich dieser Trend erklären?

Warum sollte man sich in philanthropischen Projekten engagieren?

  • Ein Zeichen setzen – Viele Philanthropen möchten «ein Zeichen setzen» und ein Vermächtnis hinterlassen, auf das künftige Generationen (ihrer Familie) mit Stolz blicken können. Die Gründung einer wohltätigen Organisation, die fortbesteht, wenn man selbst einmal nicht mehr da ist, ist nur ein Weg, um ein Vermächtnis zu sichern. Manche Spender ziehen es vor, ihr Geld etablierten Wohltätigkeitsorganisationen zukommen zu lassen. Diese sind in der Regel auf Wunsch gerne bereit, Spendenbeiträge dadurch zu honorieren, dass sie ein Gebäude oder Projekt nach dem Spender benennen oder beispielsweise eine besondere Danksagung in ihr Kommunikationsmaterial aufnehmen.
  • Künftige Generationen prägen – Wo mehrere Generationen einer Familie zusammenarbeiten, können eine gemeinsame Vision und eine gemeinsame Zielsetzung eine starke verbindende Kraft entfalten. Viele Menschen wollen die nächste Generation entwickeln, indem sie sie in das Management der Wohltätigkeitsfonds der Familie einbinden, um sie auf diese Weise in die Welt der Anlageverwaltung einzuführen und ihr Bewusstsein für soziale Belange zu schärfen. Wenn eine Familie eine eigene wohltätige Stiftung oder einen Trust errichtet hat, kann auch die nächste Generation an Bord geholt werden und wertvolle Erfahrungen im Zusammenhang mit der Governance, Anlagefragen und der Führung einer bedeutenden Organisation sammeln. Mitunter kann das Prägen künftiger Generationen auch bedeuten, negative Resultate zu verhindern. Manche Spender geben den Grossteil ihres Vermögens an Wohltätigkeitsorganisationen, weil sie vermeiden wollen, dass ein beträchtliches Erbe ihre Kinder davon abhält, ein produktives und erfülltes Leben zu führen.
  • Steuererleichterung – Die meisten Regierungen auf der Welt erkennen den Beitrag von Philanthropen an und bieten als Anreiz für Spenden grosszügige Steuererleichterungen.

Welche Optionen habe ich?

  • Karitative Spenden – Viele Menschen machen ihre ersten Schritte als Philanthropen mit Spenden an Wohltätigkeitsorganisationen, eventuell im Zusammenhang mit der Finanzierung eines konkreten Projekts. Dies ist eine gute Optionen, um etwas in Bereichen zu bewirken, in denen solche Organisationen bereits tätig sind, beispielsweise Bildung, medizinische Forschung oder Kunst und Kultur. Der Spender kann damit einen beträchtlichen Beitrag leisten, ohne die Kosten oder den Verwaltungsaufwand der Errichtung einer eigenen wohltätigen Organisation auf sich nehmen zu müssen.
  • Ehrenamt – Auch wenn es bei der Philanthropie in der Regel um Geldspenden geht, sollte man sich doch vor Augen halten, dass Menschen mit relevanten Fähigkeiten einen wertvollen Beitrag leisten können, indem sie ihre Zeit gemeinnützigen Organisationen widmen. Eine Möglichkeit wäre die Mitgliedschaft im Kuratorium einer Wohltätigkeitseinrichtung, die Ausrichtung von Spendenaktionen oder die Pro-bono-Ausübung bestimmter Tätigkeiten für die Organisation.
  • Unternehmensspenden – Unternehmer möchten das von ihnen aufgebaute Unternehmen häufig mit dem wohltätigen Zweck verknüpfen, dem sie sich verbunden fühlen. Manche Spender übergeben ihr Unternehmen der Familienstiftung, damit es dauerhaft fortbestehen und Spenden finanzieren kann. Spender, die ihr Unternehmen behalten möchten, könnten stattdessen zusagen, alljährlich einen Teil des Gewinns für wohltätige Zwecke abzugeben. Darüber hinaus könnten sie ihre Mitarbeitenden dazu auffordern, im Rahmen eines dafür eingerichteten Programms einen Teil ihres Gehalts zu spenden. Solche Programme sind inzwischen beliebt, weil Mitarbeitende sozial verantwortliche Arbeitgeber schätzen.
  • Sozial verantwortliches Investieren – Während Wohltätigkeitsorganisationen, die Zuschüsse vergeben, äusserst effektiv sein können, ziehen manche Philanthropen (vor allem Unternehmer) innovativere Ansätze vor, um etwas zu bewirken. Das ist der Grund für das wachsende Interesse an Anleihen mit sozialer Ausrichtung. Anleger finanzieren über diese soziale Projekte, wobei sie nur dann eine finanzielle Rendite erhalten, wenn die Ergebnisse dies ermöglichen. So könnte beispielsweise eine staatliche Behörde eine Wohltätigkeitsorganisation mit der Durchführung eines Projekts beauftragen, über das Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt integriert werden und bei dem die Bezahlung ergebnisorientiert ist. Die Anleger, welche die Umsetzung des Projekts durch die Organisation mitfinanziert haben, erhalten auf ihre Investition nur eine Rendite, wenn es der Einrichtung gelingt, eine ausreichend grosse Zahl von Teilnehmern auf dem Arbeitsmarkt zu vermitteln.
  • Familienstiftungen – Manche Spender haben für ihre philanthropischen Ambitionen eine längerfristige Vision und ziehen es vor, eine Familienstiftung zu gründen, über die sie wohltätige Zwecke bezuschussen. Ist der Spender oder Gründer Mitglied im Stiftungsrat oder sogar dessen Vorsitzender, hat sie beziehungsweise er erheblichen Einfluss auf die Verwendung der Mittel. Die Errichtung einer Familienstiftung ist allerdings mit Kosten und Verwaltungsaufwand verbunden. So müssen beispielsweise in Grossbritannien wohltätige Einrichtungen der Charity Commission einen Jahresabschluss und Jahresmeldungen vorlegen und sich an die einschlägigen Gesetze halten. Spender, die sich nicht mit administrativen Dingen befassen möchten, könnten stattdessen ein Konto bei einem sogenannten «Donor-Advised Fund» (DAF) einrichten. DAFs sind Wohltätigkeitsorganisationen, die philanthropische Spenden vereinfachen sollen. Der Spender bringt Vermögenswerte in sein DAF-Konto ein, und der DAF gewährt im Namen des Spenders Zuschüsse (vorausgesetzt, er ist davon überzeugt, dass diese wohltätigen Zwecken dienen). Der Spender hat damit in etwa das gleiche Mass an Kontrolle wie bei einer Familienstiftung, muss sich aber nicht mit dem Verwaltungs- und Kostenaufwand der Führung einer Wohltätigkeitseinrichtung befassen.
  • Wohltätigkeitsorganisationen und Sozialunternehmen – Die engagiertesten unter den Philanthropen schliesslich könnten eine voll funktionsfähige Wohltätigkeitsorganisation oder ein Sozialunternehmen gründen (eine Handelsgesellschaft, die mit bestimmten sozialen Zielsetzungen errichtet wird). Die Organisation könnte wohltätige Projekte selbst realisieren, anstelle sie nur zu finanzieren. Damit hätten der Philanthrop beziehungsweise seine Familie die Möglichkeit, sich aktiv an der Arbeit der Organisation zu beteiligen und ihre geschäftliche Erfahrung zum Wohle der Allgemeinheit einzubringen.

Setzen SIE ein Zeichen
Die Fülle der Optionen mag verwirrend erscheinen. Der wesentliche Punkt ist jedoch, dass Philanthropie kein starrer Weg ist. Gestalten Sie Ihre Spenden nach Ihren Beweggründen, dem von Ihnen angestrebten Grad der Einbindung und der Lebensphase, in der Sie sich gerade befinden.

Making your mark

Philanthropie ist auf dem Vormarsch! Dieser Artikel ist Teil der Reihe «Making your mark», in der wir uns mit den Möglichkeiten befassen, die Ihnen zur Verfügung stehen.

Über den Autor

Charles Gothard ist Partner der Abteilung Privat Client der Rechtsanwaltskanzlei Macfarlanes LLP. Er berät in Grossbritannien und weltweit viele Kunden, die ein philanthropisches Engagement in Betracht ziehen oder bereits verfolgen.

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