Um Ihren aktuellen Standort zu wechseln, wählen Sie einen der aufgeführten Julius Bär Standorte oder klicken Sie auf International.

E-Services

Bitte auswählen
Weitere E-Services

* Die Identifikation Ihres Standorts erfolgt näherungsweise anhand Ihrer IP-Adresse. Der identifizierte Standort deckt sich nicht zwingend mit Ihrer Staatsbürgerschaft oder Ihrem Domizil.

Newsletter

Für den Insights Newsletter anmelden

Newsletter

Für den Insights Newsletter anmelden

Weshalb China keine Kernanlageklasse mehr ist

Noch ist unklar, wie sich Chinas Beziehung zu den westlichen Ländern in den nächsten Monaten entwickeln wird. Dennoch wissen wir bereits heute, dass Anlegerkapital dem Risiko ausgesetzt ist, aufgrund zunehmender Regulierung durch die chinesische Regierung herabgestuft oder von westlichen Sanktionen beeinträchtigt zu werden, falls sich die diplomatischen Beziehungen eintrüben. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Rolle Chinas als Anlageklasse – und somit auch auf unseren langfristigen Ausblick.

Drucken
share-mobile

Teilen

Teilen

Es waren zwölf schwierige Monate für unsere strategische Allokation in chinesische Aktien. Natürlich haben auch kurze Phasen der Underperformance eine Rolle gespielt, doch waren diese nie der ausschlaggebende Faktor für die langfristige Entwicklung dieser Anlageklasse – wie in unserem aktuellen Langfristigen Ausblick 2022 erläutert.

In den vergangenen fünf Jahren, also seit wir chinesische Aktien auf einen eigenständigen Allokationsstatus hochgestuft hatten, konnten diese nur in zwei Jahren tatsächlich eine Outperformance erzielen – und auch in diesem Jahr werden die Aktien es nicht leicht haben.

Änderung unserer Prognose – zwei relevante Faktoren
Wir sind im Wesentlichen aufgrund von zwei wichtigen Faktoren bis vor Kurzem davon ausgegangen, dass chinesische Aktien sowie andere chinesische Instrumente wie Staatsanleihen sich zu einer Kernanlageklasse in global diversifizierten Portfolios entwickeln würden.

  • Der erste war Chinas unverkennbares Potenzial, ein Niveau an technologischer Innovation und Unternehmensrentabilität zu erreichen, wie es bislang nur in den USA zu finden war.
  • Der zweite waren die zunehmenden Diversifikationsvorteile in einer bipolaren Welt, in der die USA und China die Weltwirtschaft anführen, wenn auch mit ganz unterschiedlichen wirtschaftlichen, finanziellen und technologischen Ökosystemen.

Vom Silicon Valley zum gemeinsamen Wohlstand
Anfang Juli 2021 haben staatliche Aufsichtsbehörden eine der führenden chinesischen Fahrdienst-Apps nach deren Börsengang in den USA unter dem Verweis auf Datenschutzprobleme gestoppt. Im selben Monat wurden dann private E-Learning-Plattformen in das Non-Profit-Segment gezwungen.

Grosse IT-Unternehmen und ihre wachsenden Monopolstellungen waren schon Monate zuvor ins Visier der Regulatoren geraten, doch der Umfang der umgesetzten Massnahmen und das nachfolgende scharfe Vorgehen gegen den allgemeinen Internetsektor haben klar gemacht, dass das US-amerikanische Modell für Unternehmenswachstum nicht mehr erwünscht war. Stattdessen verlagerte die Regierung ihre Strategie hin zu «gemeinsamem Wohlstand», mit dem Ziel, gegen die wachsende Ungleichheit im Land vorzugehen und ein Netz für soziale Absicherung zu schaffen.

Zu Beginn des Jahres 2022 waren wir noch immer vom Potenzial chinesischer Anlagen überzeugt, dank ihres zweiten grossen Vorteils, der Diversifikation, eine wichtige strategische Rolle in Wertschriftendepots zu spielen. Leider mussten wir nicht lange auf den nächsten geopolitischen Schock warten, der den langfristigen Ausblick für China auf den Kopf stellte.

Von Diversifikationsvorteilen zum Beschlagnahmerisiko
Die geopolitischen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine vom 24. Februar 2022 können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Schon der Krieg als solcher ist ein enormer Schock, doch die starke Unterstützung für Strafmassnahmen gegen die russische Regierung seitens westlicher Regierungen und Unternehmen ist ein bislang einmaliger Vorgang.

Dies deutet auf eine weitere drastische Umkehr in den US-amerikanischen und europäischen geopolitischen und wirtschaftlichen Strategien hin, einschliesslich einer zunehmenden Nutzung von Finanz-, Handels- und Geschäftsbeziehungen als «Waffen» sowie der Diversifikation und inländischen Beschaffung zentraler Ressourcen – vor allem in den Bereichen Energie, Lebensmittel, Verteidigung und Technologie.

Dieses Damoklesschwert hängt nun gefährlich über der chinesischen Wirtschaft und ihren Kapitalmärkten. So ist das Reich der Mitte zwar der wohl grösste Gewinner der Globalisierungs- und Finanzialisierungstrends des neoliberalen Zeitalters, doch die Risiken einer strategischen Konfrontation mit den USA sind nun erheblich gestiegen.

China – keine Kernanlageklasse mehr
Jede strategische Diversifikation birgt das Risiko, dass westliche Politiker und Regulatoren den Wert von Anlagen drastisch mindern, falls sich die diplomatischen Beziehungen verschlechtern.

Vor diesem Hintergrund haben wir beschlossen, unseren langfristigen Ausblick zu aktualisieren und unsere vor fünf Jahren aufgestellte Prognose zu widerrufen, der zufolge chinesische Aktien sich zu einer Kernanlageklasse entwickeln würden.

Wir rechnen nicht damit, dass sich die Anlageklasse als eigenständige, dedizierte Allokation innerhalb unserer strategischen Ausrichtung etablieren wird. Stattdessen glauben wir, dass Chinas Anlageszenario sich am besten als Teil des allgemeinen Umfelds von Asien ohne Japan beschreiben lässt.

Kurz gesagt bleibt der chinesische Aktienmarkt grundsätzlich investierbar, doch er rechtfertigt keine spezifische strategische Allokation aufgrund zu erwartender höherer Renditen oder besserer Diversifikationseigenschaften. Dies schliesst jedoch die Möglichkeit nicht aus, dass zukünftig taktische oder thematische Gelegenheiten im chinesischen Markt genutzt werden können.

Wie sollten Sie Ihr Portfolio nach Meinung der Experten von Julius Bär positionieren?

> Sprechen Sie uns an, um es zu erfahren

Wir verwenden Cookies, um unsere Website benutzerfreundlich zu gestalten. Bitte klicken Sie auf «Akzeptieren» oder «Einstellungen anpassen», um festzulegen, welche Cookies gesetzt werden sollen. Ihre Präferenzen laufen nach sechs Monaten ab. Wenn keine Wahl getroffen wird, kommt die Standardoption «Keine Zustimmung» zur Anwendung. In unserer Datenschutzrichtlinie finden Sie nähere Angaben zu unserem Einsatz von Cookies, zum Datenschutz und zu Ihrem Recht auf jederzeitigen Widerruf Ihres Einverständnisses.