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Secular Outlook 2022 – ein wichtiger Wendepunkt

[Translate to German:] Secular Outlook 2022

Welche Schlüsseltrends werden die Wirtschaft und die Märkte in diesem Jahrzehnt prägen? Diese Frage ist von enormer Bedeutung, da wir es uns als langfristig orientierte Anleger nicht leisten können, gegen den Strom zu schwimmen. Was muss ein Anleger in seinem Portfolio berücksichtigen?

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Trends aufspüren
Die Suche nach strukturellen Kräften ist in diesem Jahr noch schwieriger, als sie es ohnehin schon war. Wir befinden uns an einem wichtigen Wendepunkt, nach vier Jahrzehnten Disinflation. Die Gesellschaft der Industrieländer wechselt nun von der bisherigen neoliberalen Orthodoxie in eine Ära des «staatlich unterstützten Kapitalismus».

Am Ende steht die Reflation (also die finanzpolitischen Massnahmen, welche das Preisniveau wieder anheben sollen) – und nein, dort sind wir noch nicht angekommen, was auch immer man aus der derzeitigen inflationären Episode herauslesen mag. Worauf können wir uns also konzentrieren?

Auf die Inflation
Der aussergewöhnliche Charakter der durch Covid-19 ausgelösten Rezession hat Angebot und Nachfrage in einer Weise beeinflusst, die eine Unterscheidung zwischen vorübergehenden und hartnäckigeren inflationären Kräften sehr schwer macht.

Lieferengpässe sind aus unserer Sicht eine temporäre Erscheinung.

Yves Bonzon, Chief Investment Officer

Lieferengpässe sind aus unserer Sicht eine temporäre Erscheinung. Der Globalisierungstrend verlangsamt sich, kehrt sich aber nicht um. Das gleiche Fazit lässt sich nachfrageseitig ziehen. Hier hat die beispiellose staatliche Unterstützung für private Haushalte einen starken Anstieg bewirkt. Diese läuft nun aus, und wir gehen nicht davon aus, dass vor der nächsten US-Rezession eine Politik nach Art der modernen Geldtheorie (Modern Monetary Theory, MMT) Einzug halten wird.

In der laufenden Dekade werden strukturelle Kräfte wie von der MMT inspirierte politische Ansätze, die alternde Gesellschaft und die Energierevolution Inflation und Zinsen mal in die eine, mal in die andere Richtung beeinflussen.

Langfristig werden sich die Industrienationen mithilfe einer unorthodoxen makroökonomischen Politik – beispielsweise Defizitfinanzierung der Zentralbanken oder negative Steuern – reflationieren und damit im Wesentlichen die bislang durch 40 Jahre Neoliberalismus gebremste Nachfrage in den unteren Dezilen der Einkommensverteilung privater Haushalte freisetzen.

Auf Energie
Die Welt hat sich dem Ziel der völligen CO2-Emissionsfreiheit verschrieben, und die Energiewende ist in vollem Gange.

Die «Elektrifizierung von allem» hat begonnen. Neue Technologien decken dabei unseren wachsenden Energiebedarf und verringern unsere Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen. Selbst China, einer der grössten Energieimporteure der letzten Jahre, wendet sich von fossilen Treibstoffen ab und investiert massiv in erneuerbare Energien.

Dieser globale Wandel wird sich nicht reibungslos vollziehen. In diesem Jahr kam es aufgrund rückläufiger Investitionen in fossile Treibstoffe durch das Wiederhochfahren von Volkswirtschaften und die damit verbundenen Effekte sowie einige zeitlich ungünstige politische Entscheide zu Unterbrechungen von Lieferketten, Energieknappheit und deutlichen Preisanstiegen. Das rasche Tempo der Energiewende kann somit kurzfristig eine inflationäre Kraft entfalten.

Langfristig jedoch glauben wir, dass der technische Fortschritt in diesem Bereich die Produktivität so stark ankurbeln wird, dass eher eine disinflationäre Wirkung entsteht.

Auf China
2017 machten wir den Aufstieg chinesischer Kapitalanlagen zu einer Kernanlageklasse für sich zum Thema. Wenn die beiden zentralen Quellen des globalen Wachstums Technologie und Schwellenländer waren, dann war China der einzige Ort, an dem diese zwei Wachstumsmotoren konvergierten.

Wir hatten prognostiziert, dass die BATs (Baidu, Alibaba und Tencent), die führenden Technologieanbieter Chinas, zu ihren US-Pendants, den FAANMGs (Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Microsoft und Google von Alphabet), aufschliessen würden.

Diese Entwicklung bekam jedoch Ende Juli 2021 einen schweren Dämpfer, nachdem die Regierung monatelang gegen monopolistisches Verhalten vorgegangen war und private Bildungsplattformen sich gezwungen sahen, in den Non-Profit-Bereich zu gehen. Schon bald darauf folgte die Regulierung des breiteren Internetsektors.

Zu dem Zeitpunkt stand ausser Zweifel, dass China ein exponentielles Kapitalwachstum innerhalb seiner Grenzen nicht zulassen würde. Im Vordergrund steht nun der «gemeinsame Wohlstand» mit dem Ziel, die Einkommens- und Vermögensungleichheiten zu reduzieren, die während der Blütezeit der chinesischen Wirtschaft gewachsen waren.

Das chinesische 60/40-Portfolio wird aus unserer Sicht in diesem Jahrzehnt weiterhin ein starker Kandidat sein – wobei die Betonung auf «40» liegt.

Yves Bonzon, Chief Investment Officer

Durch die Verschärfung der regulatorischen Bestimmungen in China hat neben der Bewertung auch der Wert der chinesischen Aktienmärkte gelitten. Ist unsere strategische Empfehlung der Anlageklasse nun also hinfällig? Vorerst wohl noch nicht. Das chinesische 60/40-Portfolio (60% Aktien, 40% Anleihen) wird aus unserer Sicht in diesem Jahrzehnt weiterhin ein starker Kandidat sein – wobei die Betonung auf «40» liegt.

Ausserdem bieten chinesische Aktien und Anleihen in einer bipolaren sino-amerikanischen Welt weiterhin starke Diversifikationsvorteile.

Auf die Blockchain
Die Konzentration auf die Volatilität des digitalen Geldes wird sich nach unserer Einschätzung langfristig als Ablenkung erweisen. Tatsächlich bildet die Blockchain-Technologie das Fundament des Web 3.0, der nächsten Revolution des Internets und im digitalen Bereich.

Die Disruption durch digitale Vermögenswerte dürfte unter anderem die Digitalisierung von Eigentumsrechten bringen. Die möglichen Kosten- und Effizienzvorteile digitaler «Smart Contracts» könnten viele Branchen revolutionieren. So können beispielsweise Finanztransaktionen über DeFi-Protokolle (Decentralised Finance, dezentralisierte Finanzmärkte) ohne Beteiligung eines zentralen Akteurs ausgeführt werden. Eigentum und Übertragung von Immobilien oder Kunstgegenständen könnten durch den Einsatz dieser nicht fungiblen Token vereinfacht und sicherer gemacht werden.

Darüber hinaus könnte Web 3.0 die Gewinner der letzten Dekade verdrängen, also soziale Medien und Internetplattformen. Internetnutzer werden beim Aufbau ihrer Unternehmen nicht mehr länger auf sogenannte «Big Player» vertrauen müssen. Sie werden selbst in der Lage sein, dezentrale Plattformen zu verwalten, und den Anreiz dazu wird ihnen ein Mechanismus zur Erwirtschaftung digitaler Tokens geben.

Das Spektrum der Anlagegelegenheiten wird von diesen Entwicklungen tiefgreifend beeinflusst werden. Sollte sich Bitcoin als Währung durchsetzen, könnte es zur digitalen Version von Gold werden. Am Aufbau des Blockchain-Ökosystems beteiligte Unternehmen werden im Zentrum des Anlegerinteresses stehen.

Der Weg zu Web 3.0 wird nicht geradlinig verlaufen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Regulierung. Westliche Regierungen werden den Betrieb eines dezentralisierten Finanzsystems ohne Kontrollmechanismen kaum zulassen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherheit. Blockchains wurden bewusst unverletzlich gestaltet. Eines aber ist klar: Wer den privaten Schlüssel zu seiner Krypto-Wallet verliert, für den ist dieser Wert unwiederbringlich verloren. Diese und andere Elemente dürften mit Sicherheit eine wichtige Rolle für den Erfolg sowie den Grad und das Tempo der Akzeptanz der disruptiven Technologie spielen.

Wie sollten Sie Ihr Portfolio nun vor diesem Hintergrund nach Meinung der Experten von Julius Bär positionieren?

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