Navigation

KontaktRechtlichesLogin

Wir gehen davon aus, dass das Jahr 2026 von Neustarts und Kurswechseln geprägt sein wird – insbesondere im Aktienbereich. Natürlich waren KI- und grosse IT-Unternehmen im Jahr 2025 wichtige Treiber der globalen Aktienmärkte. Da inzwischen auch andere Segmente starke Gewinne verzeichnen, sollte man als Anlegerin oder als Anleger jetzt eine breitere Streuung des Portfolios in Betracht ziehen, um Klumpenrisiken zu minimieren. Dasselbe gilt für die geografische Allokation: Die US-Märkte waren während mehr als zehn Jahren das Gravitationszentrum globaler Finanzanlagen – im Jahr 2026 sollte man sein Anlagespektrum aber erweitern.

Fünf Trends prägen die globalen Märkte

Trend 1: Europa – Zykliker haben die Nase vorn

In Europa begünstigt das wirtschaftliche Umfeld zyklische Titel, also Aktien von Unternehmen, deren Entwicklung stark von der Konjunktur abhängt. Diese schneiden in wirtschaftlichen Wachstumsphasen besonders gut ab. Unsere Ökonomen erwarten, dass Europa seine Wirtschaft auch 2026 durch verstärkte öffentliche Investitionen, insbesondere in Infrastruktur und Verteidigung, weiter ankurbeln wird. Angesichts des sich aufhellenden Konjunkturausblicks in der Region – insbesondere in Deutschland – sowie einer unterstützenden Wirtschaftspolitik sind die attraktiven Bewertungen ein zusätzliches Argument, das für europäische Zykliker spricht. Innerhalb Europas bevorzugen unsere Analysten vor allem Finanzwerte und Midcap-Aktien. Schweizer Aktien gehören als Kernelement in jedes globale Aktienportfolio, da sie die positiven Eigenschaften defensiver Sektoren mit Währungsstärke und robusten Erträgen verbinden.

Trend 2: Schwellenländer gewinnen an Momentum – allen voran Asien

Schwellenländeraktien feierten 2025 zwar ein Comeback, aber die Anleger hielten sich mit neuen Investitionen zurück. Im Verhältnis zu ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ist die Anlageklasse trotz ihrer attraktiven Bewertungen weiterhin unterrepräsentiert und in vielen Portfolios untergewichtet. 

Wir gehen davon aus, dass Schwellenländeraktien 2026 dank zyklischem und strukturellem Rückenwind weiter an Stärke gewinnen. Sie profitieren von drei Positivfaktoren: 

  • einem schwächeren US-Dollar
  • direkten Engagements in der KI-Lieferkette 
  • einer besseren Gewinndynamik

Auf regionaler Ebene bevorzugen unsere Strategen Asien. Sie bekräftigen ihre positive Einschätzung indischer Aktien, betonen aber auch die Attraktivität Chinas, das 2026 von technologischen Innovationen sowie einer lockeren Geld-, Fiskal- und Industriepolitik profitieren dürfte. Immer noch mit Blick auf Asien, aber ausserhalb der asiatischen Schwellenländer setzen unsere Aktienstrategen auf Japan, wo Strukturreformen die Aktienmärkte beflügeln dürften. Gute Anlagechancen sehen sie auch in Singapur, weil das Land in einem volatilen Wirtschaftsumfeld ein sicherer Hafen ist.

Trend 3: Defensive Werte sind attraktiv, insbesondere das Gesundheitswesen

Angesichts der wachsenden Verunsicherung der Anleger darüber, ob die Hyperscaler ihre enormen Investitionsausgaben monetarisieren können, überrascht es kaum, dass defensive Sektoren wie das Gesundheitswesen im letzten Quartal 2025 wieder eine regere Nachfrage verzeichnet haben. Unsere Analysten betrachten den Gesundheitssektor auch 2026 als attraktiv. Zahlreiche Anleger diversifizieren weiterhin weg von Sektoren, die bereits gut gelaufen sind, in defensivere Bereiche, um dadurch Unsicherheitsrisiken zu reduzieren.

Ein wichtiger Katalysator, der den Ausblick für Aktien des Gesundheitswesens aufhellte, war die bahnbrechende Einigung von Pfizer mit der US-Regierung im September 2025, wobei andere grosse Arzneimittelhersteller rasch nachzogen. Das hat die politischen Risiken verringert und ein erhebliches Ertragsrisiko beseitigt. Auch die Bewertungen überzeugen, und zwar sowohl absolut als auch relativ. Die Gewinnrevisionen sind nun endlich wieder positiv und werden nur von jenen des IT-Sektors übertroffen. Da die Märkte weiterhin stark auf KI-Titel fokussiert sind, bietet das Gesundheitswesen genau das, was andernorts fehlt: gut vorhersehbare defensive Erträge, wachsende Cashflows sowie eine geringere Abhängigkeit vom Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und den Investitionsausgaben der Hyperscaler.

Trend 4: KI und Hyperscaler bleiben wichtig

Trotz der Schlagzeilen über eine mögliche Blasenbildung betonen unsere Strategen, dass wir noch weit von den Exzessen der Dotcom-Ära entfernt sind und KI auch künftig zu den wichtigsten Treibern der Aktienmärkte gehören dürfte. Unsere Next-Generation-Analysten legen nahe, auch 2026 an den beiden Gewinnerthemen des Jahres 2025 festzuhalten: Cloudcomputing & KI (insbesondere Hardware- und Softwarefirmen sowie wichtige Rechenzentrumslösungen) und Cybersicherheit. Die Bewertungen sind zweifellos hoch, aber nicht überzogen, und die Nachfrage dürfte weiter steigen.

Trend 5: Erneuerbare Energie auch 2026 nicht vergessen

Trotz der düsteren Schlagzeilen zu den globalen Klimazielen bleiben die Erneuerbaren wettbewerbsfähig und stark nachgefragt. Unsere Next-Generation-Analysten gehen nicht davon aus, dass die Energiewende aufgeschoben wird. Vielmehr erwarten sie, dass Solar- und Windenergie sowie Speichertechnologien angesichts ihrer überlegenen Wirtschaftlichkeit nun deutlich an Fahrt gewinnen. Die Rentabilität erneuerbarer Energien verbessert sich und wird durch Konsolidierung, sinkende Kosten und eine intelligentere Netzintegration unterstützt. Deshalb sind erneuerbare Energien ein überzeugendes langfristiges Anlagethema. Europa dürfte am meisten von billigerer Energie profitieren und vermeintliche Kostennachteile in Wettbewerbsvorteile umwandeln können.

Häufig gestellte Fragen

Hat KI langfristig noch Wachstumspotenzial, oder sind wir auf dem Weg zu einer Blase?

Wir sehen noch keine Blasenbildung, sondern eher eine frühe Phase der Euphorie. KI dürfte ein wichtiger Markttreiber bleiben, aber steigende Konzentrationsrisiken sprechen jetzt für eine breitere Diversifikation. Unser Group CIO weist zudem darauf hin, dass insbesondere in den USA erhebliche Abwärtsrisiken bestehen, falls KI und die damit verbundenen Anwendungen ihre enormen Investitionskosten nicht wieder hereinholen, sprich: zu Geld machen können.

Soll ich meinen Anlageansatz erweitern, um indirekt oder diversifiziert in KI zu investieren?

Eine breitere Diversifikation in indirekte Engagements hat ihren Preis, da die Aktienkurse dieser ausgewählten Unternehmen viel weniger stark von der KI profitieren als Unternehmen, die direkt an der Technologie beteiligt sind.

China wurde beinahe über Nacht von Meiden auf Kaufen hochgestuft. Warum?

Diese Hochstufung kam wohl für einige etwas überraschend. Unsere Aktienanalysten haben aber ihre Einschätzung zu China schrittweise angepasst. Sie gingen im Mai 2024 zu einem positiven taktischen Ausblick für chinesische Aktien über, nachdem die Regierung ihre Haltung gegenüber dem Immobiliensektor geändert hatte. Unsere Analysten sahen dies als entscheidenden Schritt zur Linderung der strukturellen Probleme, der chinesische Aktien beflügeln sollte. Im September 2024 veranlasste ein neues staatliches Konjunkturprogramm viele Kleinanleger dazu, ihre Ersparnisse zu investieren. Das löste einen regelrechten Ansturm auf den chinesischen Aktienmarkt aus.

Soll ich China jetzt als strategischen Baustein in meinem Portfolio in Betracht ziehen – und wenn ja, soll ich innerhalb oder ausserhalb Chinas investieren?

China steckt zwar nach wie vor in einer Bilanzrezession, doch die Politik hat erkannt, dass eine kontrollierte, nachhaltige Aktienhausse ein wirksames Mittel ist, um die durch den Abschwung im Immobiliensektor belasteten Bilanzen der Haushalte zu stärken. Unser Group CIO ist der Ansicht, dass die Voraussetzungen für die erste langfristige – und nicht nur zyklische – Aktienhausse in China allmählich gegeben sind. Unsere Aktienanalysten prognostizieren für die Onshore- und die Offshore-Märkte ähnliche Renditen, da sie in Bezug auf Bewertungen und Liquiditätsfaktoren derzeit ähnliche Profile aufweisen. Ihre Sektorengagements ergänzen sich gegenseitig: Während der Markt in Hongkong stärker auf das Internet ausgerichtet ist, konzentrieren sich die chinesischen Festlandmärkte stärker auf das Finanzwesen und neue Technologien.

Bietet Europa noch immer interessante Anlagechancen, obwohl die meisten Innovationen aus den USA und aus China stammen?

Kurz gesagt: Ja. Wie bereits ausgeführt, bevorzugen unsere Analysten für 2026 zyklische europäische Aktien. Spezifisch schätzen sie Deutschland positiv ein, dessen Wirtschaft stark auf zyklische Wachstumssektoren ausgerichtet ist und zuletzt durch erhebliche fiskalpolitische Impulse Auftrieb erhalten hat. Schweizer Aktien, die unsere Analysten ebenfalls positiv einschätzen, bieten attraktive Diversifikationsvorteile und relativ niedrige, fast rekordtiefe Bewertungen.

Kontaktieren Sie uns

Footer