Voraussetzungen für einen anhaltenden Vermögensaufbau

Lateinamerika verzeichnete in den letzten Jahren ein kräftiges Wachstum, das dem Kontinent lange Phasen politischer Stabilität brachte. Die Regierungen haben nicht nur den Gewinnsegen des Superzyklus im Rohstoffsektor genutzt, um ihre finanzielle Position zu stärken, sondern auch den institutionellen und sozioökonomischen Wandel vorangetrieben. Die geschäftlichen Rahmenbedingungen werden weiter verbessert und zusätzliche Kontrollmechanismen für staatliche Einrichtungen eingeführt. Dies ermöglicht eine breitere Beteiligung der zunehmend gut ausgebildeten und unternehmerischen Bevölkerung – eine Vorbedingung für ein anhaltendes Wachstum. Folglich sind alle Voraussetzungen gegeben, um das Potenzial der Region für den Vermögensaufbau voll auszuschöpfen.

Fundamentale Verschiebungen innerhalb der Vermögensverwaltungslandschaft

Die sehr vermögenden Privatkunden (HNWIs) Lateinamerikas sind im Durchschnitt weit wohlhabender als diejenigen anderer Regionen. Die Vermögensverwaltungsbranche, die diese Kundschaft bedient, befindet sich im Wandel. Dies zeigt sich in einer Verschiebung bei den Marktteilnehmern, dem Trend zur Anpassung an die lokalen Gegebenheiten, der zunehmenden Transparenz und der neuen Rolle des Offshore-Banking. Dies wird die Nachfrage nach einem gehobenen HNWI-Dienstleistungsangebot beschleunigen, das auf Professionalität, einfachen Zugang und ein profundes Verständnis der Bedürfnisse und der Situation der Kunden ausgerichtet ist. Von diesem neuen Umfeld dürften Finanzinstitute wie dedizierte Privatbanken und professionelle externe Vermögensverwalter profitieren – sofern sie bereit sind, sich entsprechend anzupassen.

Verändertes Anlageverhalten

Der typische lateinamerikanische Anleger ist in den letzten Jahrzehnten jünger und anspruchsvoller geworden. Dies hat einerseits zu einer höheren Risikobereitschaft geführt und widerspiegelt sich andererseits in einem breiter diversifizierten Portfolio, um die Anlageziele zu erreichen. Die lateinamerikanischen Volkswirtschaften sind heute stärker denn je in die Weltwirtschaft integriert und folglich den internationalen Wirtschaftszyklen und globalen sozialen Trends stärker ausgesetzt. Da das Gesamtvermögen in der Region weiter wachsen dürfte, die Anfälligkeit auf externe Schocks zugenommen hat und die Ansprüche der Anleger gestiegen sind, dürfte sich ein neues Anlageverhalten manifestieren. Besonders augenscheinlich wurde dies jüngst, als sich Argentinien für technisch zahlungsunfähig erklärte. Die wachsende Mittelschicht sieht sich gezwungen, über ihre unmittelbaren Konsumbedürfnisse hinaus zu denken und ihre Haltung gegenüber dem Sparen, dem Vermögensschutz, den Anlagepräferenzen und den Allokationen zu überdenken, während sie gleichzeitig unter anderem systemische Risiken in ihre Überlegungen einbeziehen muss.

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