| "Excellence entsteht durch Leidenschaft, gepaart mit harter Arbeit, gutem Timing und der Fähigkeit, die besten Mitarbeiter zu finden." |
Rob Myers' Leidenschaft sind exotische und antike Automobile. Seine Firma RM Auctions hat einige der berühmtesten Fahrzeuge der Welt restauriert und verkauft. Myers hat es sich zum Ziel gesetzt, die Erwartungen seiner Kunden nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen.
Sie sind ständig unterwegs auf der Suche nach Originalteilen für die Fahrzeuge, die Sie restaurieren. Wie lange kann es dauern, bis Sie finden, was Sie suchen?
Es kann bis zu drei Jahre dauern, einen Wagen zu restaurieren. Oft ist es nicht möglich, Originalteile zu finden; dann müssen sie nachgebaut werden. Manchmal kann man versuchen, einen ähnlichen Wagen zu finden, von dem man ein Teil zum Nachbau ausleihen kann. Dieses Jahr hatten wir ein seltenes Fahrzeug, bei dem die Komplettrestaurierung 10 000 Mannstunden in Anspruch genommen hat. Es kann also sehr zeitaufwendig und kostspielig werden.
Welche persönlichen Eigenschaften sind für Ihr ständiges Streben nach Perfektion besonders wichtig?
Glücklicherweise konnte ich im Laufe der Jahre eine Mannschaft aufbauen, für die Qualität an erster Stelle steht. Als erstklassige Handwerker legen meine Mitarbeiter Wert auf perfekte Ergebnisse. Unsere Arbeit ist extrem anspruchsvoll. Wenn dem nicht so wäre, würde es sicher jeder machen. Der Schlüssel liegt in der Qualität und der Motivation unserer Handwerker: Sie geben sich nur mit dem Besten zufrieden.
Alles fing damit an, dass Sie als Highschool-Abbrecher am Wagen Ihres Vaters arbeiteten. Welches war Ihr erstes Auto und was bedeutet es Ihnen heute?
Ich habe mit 14 angefangen, Fahrzeuge zu restaurieren. Mein Vater gab mir seinen 1959er Edsel Corsair als fahrbaren Untersatz für die Highschool. Ich habe ihn eigenhändig restauriert und nach ein paar Wochen gegen eine Triumph eingetauscht. Mein nächster Wagen war ein 1940er Plymouth, der seit dem Zweiten Weltkrieg in der Garage gestanden hatte. Er hatte kaum Kilometer auf dem Zähler und war in hervorragendem Originalzustand. Ich habe alle Arbeiten innen und aussen selbst erledigt, die Verchromung erneuert und ihn mit etwas Gewinn verkauft. Von da an war ich der Sache verfallen.
Sie haben dieselbe Leidenschaft für Autos wie Ihr Vater. Wie wichtig war dieses Erbe für Ihre Laufbahn?
Mein Vater war natürlich sehr wichtig für mich. Er war ein ausgezeichneter Handwerker und hat mir eine hohe Arbeitsmoral vermittelt. Wenn er sich mit etwas noch nicht auskannte, versuchte er zunächst, was er für richtig hielt. War das Ergebnis nicht perfekt, verfeinerte er die Lösung immer weiter, bis er schliesslich zufrieden war. Mit dieser Einstellung bin ich aufgewachsen. Wenn man einmal diese Leidenschaft und Entschlossenheit, dieses Streben nach Perfektion besitzt, wenn einem solche Werte vermittelt wurden, dann wird man nie zufrieden sein, solange man nicht das Bestmögliche erreicht hat.
1974 waren Sie auf einer mehrmonatigen Motorradtour durch Nordamerika, als Sie eines Morgens von röhrenden Motoren geweckt wurden. Können Sie uns mehr über den Tag erzählen, an dem Sie plötzlich wussten, dass Sie Auktionen für klassische Automobile veranstalten wollten?
Nachdem ich die Highschool verlassen hatte, arbeitete ich zunächst für einen kleinen Industriebetrieb, doch die Arbeit machte mir keinen Spass. Also nahm ich Mitte der 70er-Jahre drei Monate Urlaub und kaufte mir eine Harley Davidson. Ich fuhr durch Amerika und Kanada und versuchte mir darüber klar zu werden, was ich mit meiner Zukunft anfangen wollte. Eines Morgens, ich war gerade in Kalifornien, wachte ich auf und hörte das Geräusch röhrender Motoren. Es stellte sich heraus, dass an diesem Tag am Ort eine Auktion stattfand. Ich ging hin und verbrachte den ganzen Tag dort, völlig gebannt vom Geschehen. Danach stand für mich fest, welche Laufbahn ich einschlagen wollte. Als ich von meiner Tour nach Hause kam, kaufte ich ein kleines Haus mit einer Werkstatt. Ich war entschlossen, einen Restaurationsbetrieb aufzubauen. Das war mein Einstieg ins Geschäft mit klassischen Automobilen.
Heute ist RM Auctions das weltweit grösste Auktionshaus für klassische Automobile. Können Sie uns mehr über Ihren Weg zum Erfolg verraten?
Das Restaurieren von Autos ist meine Leidenschaft, aber ich hatte immer den Drang, mehr zu verdienen, um komfortabler leben zu können. Also begann ich nach einigen Jahren mit dem An- und Verkauf von Fahrzeugen. Ich hatte schon immer einen Sinn fürs Geschäft. Ich hatte Spass an der Kunst des Verhandelns und war gut darin. Ich kaufte und verkaufte meine eigenen Fahrzeuge über verschiedene Auktionshäuser, bis ich mir eines Tages sagte: Es reicht, ich habe diesen Firmen genug Geld eingebracht. Also kaufte ich 1990 ein Auktionshaus im kanadischen Toronto und zog mein eigenes Unternehmen auf. Um erfolgreich zu werden, musste ich viel Energie investieren und eine geschickte Planung verfolgen, Risiken eingehen und manchmal alles aufs Spiel setzen.
Das Geschäft mit klassischen Automobilen ist hart. Wie haben Sie Ihr Unternehmen an die Spitze gebracht?
Ich konnte mich glücklicherweise mit vielen talentierten und hoch qualifizierten Mitarbeitern umgeben. Das allein erfordert harte Arbeit und das richtige Timing, wenn man immer die Besten gewinnen will. Dank meiner Mitarbeiter habe ich immer grosses Wachstumspotenzial für die Firma gesehen. In diesem Geschäft nimmt die harte Arbeit nie ein Ende. Wir expandieren ständig, Tag für Tag. Die wichtigste Devise ist, immer offen und ehrlich zu sein, sich selbst und potenziellen Kunden gegenüber.
Wo finden Sie die besten Leute, die talentierten Mitarbeiter, die Sie brauchen?
Es gibt bestimmte Leute bei der Konkurrenz, die in ihrem Job sehr gut sind, aber nicht unbedingt in unsere Firma passen würden. Doch manchmal findet man jemanden, der sehr kompetent ist und schon eine Weile im Geschäft. Dann baut man eine Beziehung zu dieser Person auf, bis man sie schliesslich zu überzeugen versucht, für einen zu arbeiten. Ich hatte das Glück, auf meinen Reisen viele junge, enthusiastische Menschen kennenzulernen. Es kommt darauf an, ihr Talent und Zukunftspotenzial zu erkennen. Dann bildet man sie aus, so dass sie sich mit dem Unternehmen weiterentwickeln und die nötigen Erfahrungen sammeln können, um die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Einige unserer Mitarbeiter sind neu in der Branche, aber wir entwickeln uns gemeinsam weiter und helfen ihnen durch kontinuierliches Training, zum Erfolg der Firma beizutragen.
Wie haben Sie das globale Wissen gesammelt, das Sie für Ihre Arbeit brauchen?
Wir haben viele erfahrene und kompetente Mitarbeiter an unserem Hauptsitz und in unseren Zweigstellen. Unsere Firma besteht schon seit 28 Jahren, und in dieser Zeit haben wir einen enormen Schatz an Wissen über die Geschichte klassischer Automobile, unsere Kunden und die Branche aufgebaut. RM ist praktisch eine globale Informationsdatenbank. Wenn wir zum Beispiel ein Teil von Mercedes Benz suchen, können wir auf eine Liste von Kontakten und langjährigen Partnern mit hochwertigen Mercedes-Benz-Teilen zurückgreifen. Und falls diese das Teil nicht auf Lager haben, können sie uns bestimmt helfen, es zu finden. Wenn man so lange im Geschäft ist wie wir und sich durch harte Arbeit einen guten Ruf aufgebaut hat, wird man in der Branche immer wieder weiterempfohlen. An diesen Punkt zu kommen erfordert echte Teamarbeit.
Wie wichtig sind Teamarbeit und Partnerschaft in Ihrem Geschäft?
Teamarbeit ist extrem wichtig. Das ist wie bei einer Fussballmannschaft, in der alle Spieler ein gemeinsames Ziel verfolgen, nämlich zu gewinnen. Die Mitarbeiter von RM haben dieselbe Einstellung. Wir sind ein fest zusammengewachsenes Team mit einem gemeinsamen Ziel: Wir wollen unseren Kunden hochwertige Automobile und den besten Kundenservice bieten, damit sie sich immer gerne an uns erinnern. Das gilt auch für den Restaurationsteil des Unternehmens. Wir haben das gemeinsame Ziel, in unserem Handwerk weltweit die Besten zu sein. Wenn wir einen Wagen verkaufen, wollen wir die Erwartungen des Kunden erfüllen und wenn möglich noch übertreffen.
Ein Mitarbeiter, der Ihren 1965er AC Cobra bei einer Spritztour in den Graben gefahren hat, arbeitet noch immer für Sie. Welche Einstellung haben Sie als Unternehmer zu Ihren Mitarbeitern?
Jeder macht im Leben Fehler, und natürlich kann man darüber nicht einfach hinwegsehen. Dieser Mitarbeiter war damals noch sehr jung, aber er arbeitet schon seit seinem 17. Lebensjahr für uns und ist seither ein sehr wertvoller und treuer Mitarbeiter. Natürlich hat er einen Verweis erhalten, aber wir sind uns einig, dass so etwas nie wieder vorkommen wird. Zum Glück wurde der Wagen nicht beschädigt und niemand wurde verletzt. Das war eine harte, aber wertvolle Lektion.
Joseph Cassini III., ein Richter aus New Jersey, hat insgesamt 20 Autos über RM gekauft. Er sagt: "Bei Autos von Myers merkt man den Unterschied. Die Türspalten, die Verdecke, die Sitze – alles ist perfekt." Wie schaffen Sie es, die hohen Ansprüche Ihrer Kunden zu erfüllen?
Wir wissen, was Perfektion bedeutet. Das Team von RM hat die Erfahrung und das Wissen, um die entsprechenden Ergebnisse zu erzielen. Herr Cassini träumte davon, einen Wagen zu finden, der beim Concours d’élégance von Pebble Beach, der weltweit wichtigsten Show für klassische Automobile, den Titel "Best of Show" gewinnen konnte. Ein erfahrener Sammler wie Herr Cassini hört sich unsere Empfehlungen genau an und hat 100-prozentiges Vertrauen in unsere Firma und unsere Kompetenz. In diesem Fall fand ich einen potenziellen Sieger für ihn: ein sehr seltenes 1938er Horch 835A Cabriolet. Ich empfahl ihm, diesen Wagen zu kaufen, der von RM restauriert wurde, weil wir glaubten, dass er sehr gute Chancen hatte, Pebble Beach zu gewinnen – was er 2004 auch tat. Ein preisgekröntes Automobil wie dieses wird immer im Wert steigen und sich als hervorragende Investition erweisen. Herr Cassini gibt viel auf unsere Empfehlungen und vertraut darauf, dass wir ihm den besten Rat geben. Unsere Kunden schätzen die Beziehung zu uns, und am Ende entsteht oft eine echte Freundschaft – das ist einer der vielen Gründe für unseren Erfolg.
Es geht also um Vertrauen?
Es geht darum, stabile Beziehungen aufzubauen, zu Mitarbeitern wie zu Kunden gleichermassen. Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig der Aufbau von Beziehungen ist. Das kann manchmal viele, viele Jahre dauern. Wie Sie Ihre Beziehungen aufbauen, entscheidet darüber, ob Sie einen guten bis hervorragenden oder einen schlechten Ruf erwerben. RM hat sich ohne Frage den besten Ruf in der Branche erworben. Und diesen Ruf wollen wir bewahren, sowohl durch die Art, wie wir unser Unternehmen führen, als auch durch die Art, wie wir die Beziehungen zu unseren Kunden pflegen. Manchmal bedeutet das, einem Kunden gegenüber schonungslos offen zu sein, auch wenn er vielleicht nicht hören will, was man ihm sagt. Wir mussten schon einigen Kunden, die einen Wagen restaurieren lassen wollten, sagen, dass wir die Restauration nicht übernehmen können, weil wir das Vorhaben für einen Fehler halten. Dann bieten wir unsere Hilfe dabei an, einen anderen Wagen zu finden, eine bessere Investition oder einen Wagen vom selben Typ in besserem Zustand. Unser guter Rat ist unser Ruf.
Im Jahr 1998 entdeckten Sie einen 1934er Packard Custom Dietrich, eine interessante Geschichte. Erzählen Sie sie uns?
Von diesen Packards mit Dietrich-Karosserie wurden nur vier Exemplare gebaut und nur drei hatten offiziell überlebt. Nun gab es schon lange das Gerücht, dass der vierte Wagen noch irgendwo existierte. Ein Bekannter gab uns den Tipp, dass er in New Jersey versteckt wurde und sein Besitzer gerade das Zeitliche gesegnet hatte. Also traf ich mich mit der Familie des Besitzers in seinem Haus – und tatsächlich, da war der vierte Wagen, sicher hinter einer doppelten Wand in der Garage versteckt! Wir machten der Familie ein Angebot und schleppten den Wagen nach Hause. Dort arbeiteten wir ein Jahr lang an der Restauration und verkauften ihn schliesslich für 750 000 Dollar an einen Sammler.
Im Jahr 2006 verkauften Sie für über 2 Millionen Dollar den 1965er Aston Martin DB5, der in den James-Bond-Filmen "Feuerball" und "Goldfinger" zu sehen war. Können Sie uns mehr darüber erzählen?
Wir haben schon viele bekannte Filmfahrzeuge und Autos von Berühmtheiten bei Auktionen verkauft, aber der DB5 von James Bond hat zweifellos das bisher grösste internationale Interesse erregt. Er ist das mit Abstand berühmteste Auto der Welt, mit einer bedeutenden Geschichte. Der Wagen wurde für PR-Zwecke verwendet und die ganze Spezialausstattung hat tatsächlich funktioniert. Ein wahrhaft einzigartiger Wagen, dessen Wert mit Sicherheit noch weiter steigen wird, und eine echte Legende der Automobilwelt.
Bei derselben Auktion verkauften Sie auch den 1928er Cadillac Town Car, der einst Al Capone gehörte. Wo haben Sie dieses Auto gefunden?
Der Capone-Wagen kam aus derselben Sammlung wie der Aston Martin, dem Smoky Mountain Car Museum in Pigeon Forge, Tennessee. Capone hatte die Karosserie, das Dach und den Boden mit Stahlplatten verstärken lassen, um den Wagen kugelsicher zu machen. Das Fensterglas war mehr als zweieinhalb Zentimeter dick. Der Wagen war in derselben Farbe lackiert wie die grünen Cadillacs der Polizei von Chicago, damit Capone in Ruhe seinen Geschäften nachgehen konnte. Als er ins Gefängnis kam, ging der Wagen in Staatsbesitz über. Angeblich wurde er eine Zeit lang sogar von Präsident Franklin D. Roosevelt benutzt.
Die meisten der Autos, die Sie restauriert und verkauft haben, haben eine interessante Geschichte. Es war sogar eine Limousine des Weissen Hauses dabei – eine Seltenheit bei Auktionen.
Der Jackie-Kennedy-Wagen war ein fantastisches Beispiel der amerikanischen Automobilgeschichte. In ihm fuhren John F. Kennedy selbst, seine Frau Jackie und viele andere Würdenträger der Welt. Er wurde von Hess & Eisenhardt gebaut, derselben Firma, die auch die berühmte Lincoln-Limousine entworfen hatte, mit der Kennedy am Tag seiner Ermordung in Dallas unterwegs war.
Bei der Auktion in Monterey 2006 haben Sie auch den legendären 1958er Ferrari 412 S verkauft – mit Ihren eigenen Worten "eines der wertvollsten Automobile der Welt". Was macht diesen Wagen so wertvoll?
Der Ferrari 412 S ist ein ganz besonderer Wagen. Wir haben ihn in Monterey für 5,6 Millionen Dollar verkauft. Damit gehört er zu den zwei oder drei teuersten Fahrzeugen, die in den letzten Jahren bei einer Auktion den Besitzer gewechselt haben. Er hat eine einzigartige Geschichte. Der Bau des Motors und der Spezialkarosserie wurde von Enzo Ferrari persönlich beaufsichtigt, und es wurde nur ein Exemplar gebaut. Der Wagen hat viele Rekorde gebrochen und wurde von zahlreichen berühmten Rennfahrern gesteuert. Es gibt Ferraris, die teurer sind, aber dieser Wagen hat die meisten seiner damaligen Konkurrenten geschlagen, was ihn zu einem der wertvollsten Rennwagen seiner Zeit macht.
Sie haben einmal gesagt: "Wenn wir über Autos mit Sex-Appeal sprechen, verwenden wir dieselben Worte, als würden wir eine Person beschreiben." Welches Auto hat Ihrer Meinung nach am meisten Sex-Appeal?
Es gibt mehrere Klassiker, die als sexy gelten. Der französische Karosseriebauer Delahaye baute in den 30er- und 40er-Jahren wunderbare Automobile im Art-déco-Stil, die für ihre Zeit ausgesprochen erotische, kurvige Karosserien hatten. Auch Ferrari hat einige wunderschöne Autos mit fantastischen Formen gebaut, vor allem die seltenen Modelle mit handgefertigter Sonderkarosserie. Es gibt sehr schöne Autos von Zagato, und die Düsenberg-Modelle aus den 30er-Jahren sind äusserst attraktiv – alles Sonderanfertigungen für reiche und berühmte Persönlichkeiten. Welcher Wagen am meisten Sex-Appeal hat? Das kommt ganz auf den Tag an; meine Ansicht ändert sich täglich.
Privat fahren Sie keinen Klassiker. Warum?
Ich fahre beruflich ständig klassische Automobile. Wir haben viele Wagen in unserem Bestand und ich bin bei Strassentests viel mit ihnen unterwegs. Einmal bin ich einige Wochen lang in einem 1910er Oldsmobile herumgefahren, das hat sehr viel Spass gemacht. Und vor zwei Jahren habe ich monatelang einen Bugatti Type 57 gefahren. Es macht mir Freude, klassische Automobile zu kaufen und zu verkaufen und dabei Gewinn zu machen, aber zu meiner Philosophie gehört auch, dass ich meinen Kunden gegenüber die Verantwortung habe, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen. Ich bin immer noch sehr jung. Wenn ich einmal im Ruhestand bin, werde ich mir eine eigene Sammlung aufbauen. Aber bis dahin bleibt es ein Geschäft, mit dem ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Ich bin mit diesem Geschäft in einer beneidenswerten Position: Wir helfen unseren Kunden, Spass zu haben. Wir lernen so viele fantastische und interessante Menschen aus aller Welt kennen. Es ist eine einzigartige Branche, und das macht die Arbeit zum Vergnügen.
Hat es schon einmal einen Wagen gegeben, den Sie nicht restaurieren konnten?
Nein. Wir sind immer erfolgreich. Misserfolg ist für uns ein Fremdwort. Das ist einfach nicht erlaubt.
2007 findet die erste Auktion von RM in Europa statt, in Ferraris Maranello-Werk in Italien. Welche Erwartungen verbinden Sie damit?
RM wird im Mai 2007 gemeinsam mit dem internationalen Auktionshaus Sotheby’s und der legendären Marke Ferrari eine Auktion mit einigen ganz besonderen Ferraris und Sammlerartikeln abhalten. Deshalb war ich vor kurzem in Europa unterwegs. Wir haben Kunden und potenzielle Verkäufer mit fantastischen Ferrari-Sammlungen besucht. Die Auktion ist eine einzigartige Gelegenheit für Besitzer, ihre klassischen Ferraris im historischen Maranello-Werk zu verkaufen. Es ist eine bedeutende Leistung für uns, dass wir unseren Erfolg durch diese gemeinsame Veranstaltung weiter ausbauen können, und eine einmalige Chance für Ferrari-Besitzer, an diesem weltberühmten Ort zusammenzukommen.
Welche Autos werden bei der Auktion angeboten?
Bisher haben wir unter anderem einen berühmten 1970er Ferrari 512 S mit beeindruckender Renngeschichte, einen 1966er Ferrari 275 GTB/4 in fantastischem Originalzustand und den Originalprototyp des 1987er Ferraris F40, des letzten Wagens, der unter der Leitung von Enzo Ferrari gebaut wurde. Wir gehen davon aus, dass wir bis Mai etwa 50 klassische Ferraris im Angebot haben werden. Es wird ein monumentales Ereignis in der Auktionswelt.
Welche anderen Leidenschaften haben Sie neben Autos?
Das Hotel, das ich gerade im kanadischen Chatham baue: Es heisst "RetroSuites". Es ist ein interessantes Gebäude, man könnte sagen eklektisch. Dieses Projekt ist eigentlich eher eine Leidenschaft als ein Hobby. Das Hotel ist wirklich einmalig. Durch die Verbindung der ursprünglichen Stilelemente und der dekorativen Elemente habe ich einzigartige Räumlichkeiten und die schönsten Hotelzimmer weit und breit geschaffen. Das Projekt bringt auch meine künstlerische Seite zum Ausdruck und ist eine echte Leidenschaft von mir.
Was bedeutet für Sie Excellence?
Jeder Mensch hat ein Ziel. Für mich bedeutet Erstklassigkeit zu wissen, dass ich mein Bestes getan und meine Ziele erreicht habe. Diese Gewissheit habe ich, wenn Kunden uns immer wieder weiterempfehlen und meine Mitarbeiter mir sagen, dass sie ihre Arbeit lieben und morgens gerne in die Firma kommen. Man könnte sagen, ich habe in meiner Firma Erstklassigkeit geschaffen. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass unsere Mitarbeiter Spass an ihren Aufgaben haben und das Arbeitsumfeld und die Herausforderungen geniessen. Wenn Sie es schaffen, die Arbeit für sich selbst und Ihre Mitarbeiter zu einem Vergnügen zu machen, dann haben Sie etwas Erstklassiges erreicht. Erstklassigkeit entsteht durch Leidenschaft, gepaart mit harter Arbeit, gutem Timing und der Fähigkeit, die besten Mitarbeiter zu finden. Wir sind leidenschaftlich ehrgeizig – wenn man etwas nicht stark genug will, erreicht man es auch nicht. Ich selbst bin ein ungemein ehrgeiziger Mensch. Wenn man etwas will, muss man sich solange immer wieder darum bemühen, bis man es geschafft hat.
Was erwarten Sie von einer exzellenten Bank?
Eine erstklassige Bank ist eine Bank, die das Geschäft des Kunden kennt und auch seine menschliche Seite versteht. Eine Bank, deren Mitarbeiter eine persönliche Beziehung zum Kunden aufbauen, den Kunden und seine Bedürfnisse verstehen und seinem Urteilsvermögen vertrauen. Eine Bank, die den Bedürfnissen des Kunden flexibel entgegenkommt und ihn behandelt, als sei er der einzige Kunde. Diese persönliche Beziehung ist es, die Erstklassigkeit ausmacht, genau wie RM.
Das Interview wurde auf Englisch geführt.